Am Samstag, dem 13.02.21, wurde Armenien von einem Erdbeben der Stärke 4.7 erschüttert. Es handelt sich somit um ein mittelstarkes Erdbeben, das sich ca. 11 km südlich von Yerevan in der Armavir Provinz ereignete. Nach dem Beben folgten 20 schwächere Nachbeben. Bisherigen Berichten zufolge sind Schäden an einigen Gebäuden entstanden. Der armenische Premierminister Nikol Pashinyan meldete bislang nur eine verletzte Person. Das armenische Staatsgebiet ist geografisch so zwischen seismischen Platten gelegen, dass es dort häufiger zu Erdbeben kommt.

Anfang Februar forderte die Europäische Volkspartei in einer Pressemitteilung die aserbaidschanische Regierung dazu auf, den Austausch von Kriegsgefangenen und Leichen der gefallenen armenischen Soldaten zu beschleunigen. Aserbaidschan hat sich in den letzten Monaten beim Austausch von Kriegsgefangenen zögerlich gezeigt und nutzt diese als Druckmittel für Verhandlungen. Unter der Mediation russischer Friedenswächter wurden Anfang dieser Woche fünf armenische Soldaten, die sich in aserbaidschanischer Gefangenschaft befunden hatten, nach Hause gebracht. Der armenische Verteidigungsminister, Vagharshak Harutyunyan, empfing am 10. Februar russische Friedenswächter-Truppen und dankte ihrem General für die Unterstützung beim fortlaufenden Gefangenenaustausch und Suchaktionen.

Der armenische Außenminister Ara Aivazian äußerte sich am 10. Februar während einer parlamentarischen Sitzung zu armenisch-türkischen außenpolitischen Beziehungen. Er verkündete, dass es seiner Meinung nach für die Türkei keinen Grund mehr dazu gebe, die türkischen Grenzen zu Armenien geschlossen zu halten. Darüber hinaus sagte Aivazian, sei die armenische Regierung darum bemüht, einen diplomatischen Kurs der De-Eskalation anzustreben, um Armeniens zukünftige Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten.

Seit den 1990er Jahren hat die Türkei ihre Grenzen zu Armenien gänzlich geschlossen. Diese Blockade lähmt den armenischen Staat wirtschaftlich und erschwert die internationale Zusammenarbeit.

Der Sprecher der Republikanischen Partei Armeniens verkündete, dass sich Ex-Präsident Serzh Sargsyan bald zu Armeniens momentaner politischer Lage äußern wolle. Dabei wird er insbesondere Bezug auf den Arzach-Konflikt nehmen. Mit dieser Ankündigung signalisiert die Republikanische Partei ihr Mitspracherecht im Arzach-Konflikt und betont Sargsyans Bedeutung in dieser Frage als ein langjähriger Politiker, der bereits in den 1990er Jahren eine entscheidende Rolle im Arzach-Konflikt inne hatte.

Seit Ende letzten Jahres wurde in Armenien ein neues Management-System im Bereich Abfall eingeführt. Dazu gehört unter anderem die Einführung unterschiedlicher Mülltonnen im Sinne der Mülltrennung. Armenien versucht schon seit mehreren Jahren, sein Abfallmanagement umweltfreundlicher zu gestalten und arbeitet daran in Zusammenarbeit mit der EU. Die ungeregelte Müllablagerung hat in den vergangenen Jahren zu starker Umweltverschmutzung geführt und fruchtbares Land verunreinigt. In betroffenen Regionen besteht für Einheimische ein hohes Risiko, aufgrund dieser Mängel zu erkranken. Infolge des Arzach-Konflikts ist diese Initiative untergegangen und viele Menschen halten sich nicht an die Umstellung in Mülltrennung.

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