Der Start in den März beginnt in Armenien sehr chaotisch und ereignisreich.
Angefangen hat es mit einem Protest im dritten Regierungsgebäude. Demonstranten stürmten in das Gebäude und forderten den Rücktritt des Ministerpräsidenten. Die Aktion fand nicht lange statt und die kleine Gruppe verließ das Gebäude ohne weitere Zwischenfälle. Weiterhin fand an dem Abend eine Kundgebung der Oppositionspartei “Heimatrettungsbewegung” statt, die im Laufe der nächsten Tage oft zu Protesten auf der Baghramyan Avenue aufriefen.
Parallel dazu initiierte Ministerpräsident Nikol Pashinyan am Platz der Republik ein Großkundgebung. Seine Rede begann mit der Andacht an die Gefallenen Aktivisten vom 1.3.2008.

Zur Erinnerung: Der 1.3. bezeichnet den Höhepunkt der Massenproteste um die manipulierten Wahlen von 2008, in denen die Mehrheit für den Machtantritt des damaligen Präsidenten Serj Sargsyan gestimmt haben sollen. Die tagelangen Proteste wurden mit dem Eingriff der Armee beendet, wodurch mehrere Menschen ums Leben kamen. Im Protest gegen den neu ernannten Präsidenten war auch der jetzige Ministerpräsident Nikol Pashinyan an vorderster Front mitbeteiligt. Aufgrund dieser Aktion wurde er zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Der Ministerpräsident äußerte dabei nicht nur seine Anteilnahme an die Gefallenen, sondern bat auch um Verzeihung für die Fehler, die der Regierung in den letzten 31 Jahre der Unabhängigkeit und insbesondere der letzten Monate unterlaufen waren. Außerdem wurde der Generalstabschef Onik Gasparyan in der Rede erwähnt, in der Pashinyan auf seine Absetzung behaarte.
Die Entlassung von Onik Gasparyan war in den Tagen zuvor oftmals Thema für große Debatten, da der Präsident Armen Sargsyan, nicht bereit war, dessen Entlassungspapiere zu unterschreiben. Schlussendlich wurde Gasparyan am 10. März von seinem Amt abberufen.
Immer mehr wird die Beibehaltung der kulturellen Integrität Armeniens in den nun von Aserbaidschan besetzten Gebieten diskutiert. Diesbezüglich wurde die Bombardierung der Ghazanchetsots-Kirche durch Aserbaidschan während des letzten Krieges von der Europäischen Kommission verurteilt. Der US-amerikanische Kongress hat außerdem über Gesetzesentwürfe zur Entlassung von Armenischen Kriegsgefangenen in Aserbaidschan getagt. Auch die Abgeordneten des Europarates erkundigten sich diesbezüglich bei der EU Kommission.
Zu diesem Thema eine erfreuliche Neuigkeit. Die von aserbaidschanischen Streitkräften gefangen genommene Maral Najaryan, wurde endlich freigelassen und durfte wieder zurück zu ihrer Familie in den Libanon. Sie wurde zusammen mit Vicken Euljekjian nach dem Ende des Artsakh Krieges festgenommen, als sie zusammen nach Shushi reisten, um ihre persönlichen Gegenstände zu holen. Vier Monate später dann die gute Nachricht, die ebenso hoffnungsvoll für die verbliebenen Kriegsgefangenen ist.

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