Die „Civil Contract“ Partei, welche von Nikol Pashinyan geleitet wird, gewinnt die Parlamentswahlen mit einer Mehrheit von 53,3% der Stimmen. Die „Armenia Alliance“, welche von Armeniens zweiten Präsidenten Robert Kocharyan geleitet wird, konnte im Vergleich dazu nur etwa 21% der Stimmen gewinnen. Damit hat sie sich dennoch 29 Sitze im Parlament gesichert. Viele politische Kommentatoren werten diesen Sieg weniger als ein aktives Vertrauensbekenntnis für Pashinyan, sondern vielmehr als Statement gegen die zuvor jahrzehntelang herrschenden Oligarchen, welche als korrupt galten und bereits in der sogenannten „samtenen Revolution“ im Jahr 2018 vom Volk zum Rücktritt gedrängt wurden.

Robert Kocharyan hat kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses verkündet, dass er das Ergebnis nicht anerkennt und anzweifelt. Er beabsichtigt, das Verfassungsgericht zu konsultieren. Die Ergebnisse können seiner Meinung nach nicht akkurat sein und bezieht sich dabei auf zuvor durchgeführte Umfrageergebnisse.

Internationale Wahlbeobachter von Organisationen wie OSZE, ODIHR und PACE haben die Durchführung der Wahlen beobachtet und alles in allem als gut durchgeführt bewertet. Es wurden Aspekte wie die politische Polarisierung bemängelt. An der Auszählung der Stimmen wurde jedoch keine wesentliche Kritik geäußert.

Während diese innenpolitischen Ereignisse die Bevölkerung beschäftigen, ist zugleich die Lage angespannt, da sich immer noch etwa 1.000 aserbaidschanische Soldaten auf international anerkanntes armenisches Staatsgebiet befinden. Sie sind in der südlichen Region Armeniens stationiert worden.

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