ARI – Jahresabschlussbericht 2020

Es war ein unvergleichbares Jahr…
Es ist keine Übertreibung wenn man behauptet, dass das Jahr 2020 für ARI e.V. so war wie noch nie zuvor. Das Jahr wurde mit vielen Plänen und Vorbereitungen gestartet. Der armenische Sommer-Jugendtreff 2020 war schon fertig organisiert und weitere Projekte liefen auf Hochtouren. Dann kam die Corona-Pandemie.

Wie in allen anderen Bereichen des Lebens hat sie auch die Vereinswelt auf den Kopf gestellt und ab März galt es, sich umzustrukturieren. Der Sommer-Jugendtreff musste schweren Herzens abgesagt werden und wir überlegten uns Konzepte, um Vereinsaktivitäten auf die Online-Welt zu verlagern. Ab dem Monat Mai haben wir deswegen sogenannte ARI-Mitgliedertalks eingeführt – online Treffen mit unseren Vereinsmitgliedern. Dabei hat sich wieder einmal gezeigt, was für eine Stütze alle Vereinsmitglieder bei ARI e.V. sind. Gemeinsam haben wir Ideen und neue Projekte erarbeitet, die sich in der virtuellen Welt abspielen können.

Eines davon ist das ARI-Storytelling, ein Videoprojekt in dem Mitglieder von ARI e.V. ihre Geschichten erzählen und Fragen zu Themen im Zusammenhang mit der armenischen Identität beantworten. Die kurzen Videos wurden regelmäßig veröffentlicht. Im neuen Jahr werdet ihr noch mehr von diesen Videos sehen, die dazu dienen, der armenischen Jugend in Deutschland ein Gesicht und eine Stimme zu geben.

Darüber hinaus wurden ab Juni 2020 ARI Live Konzerte veranstaltet. Wir hatten dafür auf unseren Plattformen Ausschreibungen veröffentlicht und musikalische Talente dazu aufgerufen, sich bei uns zu melden. Die Resonanz war begeisternd: wir konnten mit all unseren Talenten ein ganzes Abendprogramm füllen. Diese online Konzerte konnte über den ARI Instagram Live-Stream von Zuhause aus mitverfolgt werden.

Wenn die Teilnehmenden nicht raus dürfen, bringen wir die Veranstaltungen eben zu ihnen nach Hause. Diesem Motto sind wir weiter gefolgt und haben ein online Interview mit dem Gründer und Leiter des Armenian Virtual College geführt, Dr. Yervant Zorian. Bei dem Armenian Virtual College handelt es sich um eine hochwertige online Plattform bei der man sich anmelden kann, um Armenisch zu lernen. Die digitalen Aufgaben und ein online Instructor helfen einem dabei, die Sprache Schritt für Schritt zu erlernen. Die Teilnahme an der Veranstaltung war offen für alle Interessierte.

Es war außerdem unsere große Freude den Verein Hay OWL – Armenische Jugend e.V. bei seiner Gründung zu unterstützen. Hierbei handelt es sich um einen Verein, der in der Region Ostwestfalen-Lippe aktiv ist und sich nun als eingetragener Verein etabliert hat. An alle Armenierinnen und Armenier aus dieser Region: tretet gerne bei Interesse über ihren Instagram-Account (hay.owl) mit diesen Jugendlichen in Kontakt.

Nach dem ersten großen Schock dieses Jahres in Form der COVID-19 Pandemie folgte ein noch viel größerer Schock. Ende September begann die aserbaidschanische Regierung einen Angriffskrieg auf Arzach. Spätestens als nur kurze Zeit nach Beginn dieses Angriffs in beiden Ländern das Kriegsrecht ausgerufen wurde, war klar, dass es sich um eine sehr ernste Lage handeln muss. Entsprechend sahen wir uns bei ARI in der Pflicht, die Opfer dieses Krieges so viel zu unterstützen, wie es in unserer Macht steht. Wir wandelten das online Konzert in eine Benefizveranstaltung um, in der Spenden für die Kriegsopfer gesammelt wurden. Außerdem starteten wir in Zusammenarbeit mit der Diözese in Kotayk (Armenien) ein Projekt, in dem die Betreuung von geflüchteten Kindern aus Arzach sichergestellt wurde. Dafür wurde erneut eine Spendenkampagne von uns umgesetzt und dank der Spendenbereitschaft der armenischen Community konnten wir innerhalb weniger Monate die erforderliche Summe zusammensammeln, um das Projekt umsetzen zu können. Hier schulden wir nochmal einen großen Dank an alle Menschen, die mit ihrer Spende die Umsetzung dieses Projekts ermöglicht haben. Ihr seid großartig!

Normalerweise findet immer zum Abschluss des Jahres der armenische Winter-Jugendtreff statt. Aufgrund des Corona-Lockdowns war auch dies wieder nicht möglich gewesen. Weil wir aber die Veranstaltung nicht komplett absagen wollten und allen armenischen Jugendlichen dieses Jahr wenigstens eine Jugendtreff-Erfahrung ermöglichen wollten, haben wir einen digitalen Jugendtreff organisiert. Es wurden Vortraghalter*innen eingeladen, die per Zoom Präsentationen, Workshops und Fragerunden geleitet haben. Darunter waren Personen wie Ter Hrach, der Kriegsjournalist Jan Jessen und die Chatschkar-Expertin Ani Serobjan. Wir haben es sogar geschafft, unsere legendäre Jugendtreff-Party online stattfinden zu lassen – und es war unvergesslich.

Zuletzt fand noch eine Mitgliederversammlung des Vereins statt in der auch ein neuer Vorstand gewählt wurde. Mehr zum neuen ARI-Vorstand wird noch in den kommenden Tagen folgen.

Insgesamt können wir bei ARI sagen, dass wir stolz auf unseren Verein sind mit all unseren motivierten Mitgliedern, die uns immer daran erinnern, warum wir das alles machen. Dasselbe gilt für alle, die an unseren Veranstaltungen teilgenommen haben oder auf eine andere Art ihren Beitrag für die armenische Jugend in Deutschland und für Armenien leisten.

Es war kein leichtes Jahr für uns Armenierinnen und Armenier, aber wir bei ARI e.V. sind fest entschlossen, die vergangenen Ereignisse als Anreiz zu nutzen, uns in Zukunft umso mehr zu engagieren.

In diesem Sinne wünschen wir euch allen ein frohes neues Jahr!
Euer Team ARI

Abschlussbericht: Der Armenische Online-Winter-Jugendtreff 2020

Der Armenische Online-Winter-Jugendtreff 2020 vom 18.12 bis 20.12.2020 – Abschlussbericht von Elisabeth Hakverdi

Kann ein Online-Jugendtreff auf der Plattform Zoom stattfinden? Diese Frage hat sich bestimmt jeder Einzelne von uns vor der Teilnahme gedacht. Die klare Antwort hierzu lautet definitiv: JA!

Für die Teilnahme reichte eine Online-Anmeldung per Mail und das Herunterladen der App vollkommen aus. Die Zoom-Links der einzelnen Tage, welche uns den Zugang zu den Meetings ermöglichten, erhielten wir durch das Team im Voraus.

Endlich war es soweit. Nach all den Strapazen der letzten Wochen (bedingt durch Corona) war es an der Zeit, sich für das virtuelle Treffen vorzubereiten. Ich weiß nicht, wie es bei den Männern aussah, aber ich denke, ich kann im Namen aller Frauen sprechen, wenn ich sage, dass wir diese Gelegenheit genutzt haben, um uns wieder herzurichten.

Um 19 Uhr ging es dann los. Nachdem wir dem virtuellen Meetingraum beigetreten sind, konnten wir nach und nach immer mehr Gesichter auf unseren Bildschirmen sehen. Geleitet wurde das Ganze über den Host Arin. Sie hat uns alle herzlich willkommen geheißen und somit den Beginn des Online-Jugendtreffs verkündet.

Jeder Teilnehmer musste sich mit kurzen Worten vorstellen und im Anschluss ein anderes Mitglied, welches noch nicht drangewesen ist, auswählen. Die Kennenlernrunde mit ca. 30 Personen war nach knapp 2,5 h vorbei. Trotz der Umstände konnten wir eine familiäre Atmosphäre schaffen. Der erste Abend ging somit zu Ende.

Das Meeting am Samstag begann mit einem gemeinsamen Gebet. Nach dem Gebet stellte sich Ter Hrach vor und erläuterte seinen Werdegang zum Pfarrer. Wir hatten die Möglichkeit, ihm jegliche Fragen über die Religion, Kultur, Bräuche und Traditionen der Armenier zu stellen. Die Themen waren sehr interessant und besonders informativ.

15 Uhr – Vortrag & Workshop mit Taline Akkaya
Nach einer kurzen Pause nach dem vorherigen Meeting ging es mit dem Vortrag von der lieben Taline weiter. Sie hatte eine Powerpoint-Präsentation zum Thema „Arzach – Mehr als nur eine Konfliktregion“ vorbereitet gehabt. Durch die Funktion „Screen-Sharing“ über Zoom war es uns möglich, den Vortrag auf den Bildschirmen mitzuverfolgen. Es war sehr interessant, erstaunlich und vor allem traurig zu sehen, wie der Werdegang von Arzach verlaufen ist.

Im Anschluss folgte ein Workshop, in dem unser Einsatz gefragt war, um Ideen darüber zu sammeln mit welchen produktiven Projekten wir aktiv die Zukunft Armeniens und Arzachs verbessern könnten. Hierzu wurden wir durch die „Breakout-Räume“ Funktion in Gruppen verteilt. Dabei kamen interessante Projekte heraus. Es wurden von medizinischer Hilfe, politischer Aktivität bis hin zu Hilfsorganisationen viele Ideen vorgestellt. Der ARI Jugendverband hatte sich bereit erklärt, ein Projekt, welches umsetzbar ist, ins Leben zu rufen.

19 Uhr – Vortrag mit dem Journalisten Jan Jessen
Jan Jessen war während des Krieges um Arzach in Armenien gewesen und hat mit uns sein Augenzeugenbericht über seine Zeit dort geteilt. Wir durften ihm Fragen stellen und haben hierzu einige Themen ausdiskutiert. Es ist beeindruckend, wie ein Deutscher Journalist es gewagt hat, sich während der Krisenzeit in unmittelbarer Nähe zum Ort des Geschehens zu befinden. Er hat uns mitgeteilt, dass er aufgrund seiner Arbeit Drohungen erhalten hat. Nichtsdestotrotz lässt er sich von Berichten dieser Art nicht stoppen. Nach einem langen Interview verabschiedete sich Herr Jessen von uns und wir führten unsere Gespräche weiter….

21 Uhr – Virtuelle Party mit DJ Albi
…. bis es 21 Uhr wurde. Ab 21 Uhr ging dann endlich die langersehnte Party los. Unser DJ Albi hat sich ins Zeug gelegt und unseren Abend mit den klassischen Hay-Hits und den besten Hip-Hop Songs bereichert. Einige von uns hatten das Zimmer in eine Partyarea mit Lichteffekten verwandelt und den Abend mit Alkohol und Snacks ausklingen lassen. Bei gewissen Songs konnten ein paar von uns nicht mehr still sitzen. Es wurde getanzt, gesungen und mit der Chatfunktion während der Party miteinander kommuniziert. Die Party ging für manche von uns bis zum Morgengrauen weiter.

Sonntag, 20.12.
11 Uhr – Vortrag mit Ani Serobjan
13 Uhr – Mitgliederversammlung & Wahlen ARI e. V.

Die liebe Ani Serobjan hatte für uns eine Präsentation über die Symbolik des Kreuzsteins vorbereitet. Unter anderem ging es um die Bedeutung unseres Chatschkars in der armenischen Diaspora. Es ist interessant gewesen, welche Geschichte sich hinter unserem armenischen Symbol verbirgt. Kurze Info hierzu: In Deutschland gibt es heute insgesamt zehn Chatschkars. Nach einer Fragerunde schlossen wir den Vortrag von Ani ab und führten allgemeine Konversationen. Nach rund 1,5 Stunden Unterhaltung verabschiedeten sich die einzelnen Teilnehmer voneinander. Im Anschluss fand die Mitgliederversammlung statt.

Fazit:
Im Namen aller Teilnehmer, möchte ich mich bei unserem ARI-Team für die geleistete Arbeit bedanken. Ihr habt es uns ermöglicht, trotz Corona, ein aufregendes, spannendes und vor allem ein sehr lustiges Wochenende zu erleben. Es war schön, neue Landsleute kennenzulernen und sich auszutauschen. Für Leute wie mich, die bislang an keinem Jugendtreff teilnehmen konnten, war es die Möglichkeit gewesen reinzuschnuppern. Auf das persönliche Kennenlernen im nächsten „Real-Life-Jugendtreff“ freue ich mich sehr.

Arzach-Kinder: Hilfsprojekt für 45 geflüchtete Kinder aus Berg-Karabach

Eine Folge des Karabach-Krieges ist die Flucht von über hunderttausend Kindern, Frauen und Alten aus ihrer angestammten Heimat in Berg-Karabach (arm. Arzach).

In Tsaghkadzor, einem kleinen Ort nördlich von Yerevan, hat die dortige Gemeinde der Armenische Kirche jetzt 45 Kinder mit 31 Müttern sowie Großeltern in Ihre Obhut genommen, die traumatisiert und durch den Krieg gezeichnet aus Berg-Karabach (arm. Arzach) geflohen sind. Die 45 Kinder sind vom Säuglingsalter bis hin zu 16 Jahre alt. Sie sind in einer Jugendherberge der Diözese der Armenischen Kirche von Kotayk untergebracht und werden dort zunächst bis April 2021 bleiben.
Arzach-Kinder Hilfsprojekt für 45 geflüchtete Kinder aus Berg-Karabach Arzach-Kinder Hilfsprojekt für 45 geflüchtete Kinder aus Berg-Karabach
Spenden Sie für die Kinder! Die Diözese der Armenischen Kirche von Kotayk hat für die Kinder bereits Online-Unterricht organisiert. Neben dem Schulunterricht ist es überaus wichtig, dass die Kinder von Fachpersonal pädagogisch betreut und begleitet werden. Wir möchten von November 2020 bis einschließlich April 2021 vier einheimische Pädagogen und Erzieher aus dem “Entwicklungszentrum für Kinder und Familien NGO” einstellen, die sich professionell um die Kinder kümmern können. Hierfür benötigen wir Ihre Unterstützung, die für Löhne zur Betreuung sowie Ausstattung der 45 Kinder eingesetzt werden kann.

Praktikum bei den Kindern? Wer in diesem Bereich studiert oder eine Ausbildung macht und ehrenamtlich für einen Zeitraum zwischen 10 Tage bis einen Monat das Pädagogen-Team vor Ort unterstützen möchte, kann sich gerne bei uns zu melden.

Der Finanzbedarf für Betreuung und Ausstattung der 45 Kinder liegt bei insgesamt 6.000,00 EUR, somit voraussichtliche Kosten in Höhe von 1.000,00 EUR pro Monat. Das macht aufgerundet 35 EUR pro Tag für die pädagogische Unterstützung von 45 Kindern. Mit einer Spende von 35 EUR haben Sie die Betreuung für einen Tag für die 45 Kinder gesichert. Mit einer Spende von 250,00 EUR wäre eine Woche gesichert. Jeder Tag zählt, jede Spende zählt.

Ihre von der Steuer absetzbare Spende richten Sie bitte an:
ARI – Jugendverband der Armenier in Deutschland e.V.
IBAN: DE66 5109 0000 0002 1270 08
BIC: WIBADE5W
Verwendungszweck: Kinder-Arzach

oder via PayPal: https://www.paypal.com/paypalme/arijugendverband
(Überweisung per Paypal bitte „an einen Freund oder Familie“ tätigen, damit keine Gebühren anfallen)

PDF-Info-Flyer: Arzach-Kinder Hilfsprojekt für 45 geflüchtete Kinder aus Berg-Karabach

Pressemitteilung ARI Jugendverband 27.09.2020

Heute, am Sonntag dem 27.09.2020 berichtete das Armenische Verteidigungsministerium, dass Azerbaijan in der Region Nagorno Karabakh mit Luftwaffen auf armenische Dörfer und Städte geschossen hat. Es handelt sich dabei um Ortschaften, die von der armenischen Zivilbevölkerung bewohnt werden. Laut offiziellen Berichten der armenischen Seite sind dabei eine Frau und ein Kind ums Leben gekommen. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt und Häuser zerstört. An der Grenze von Nagorno Karabakh wurden Geschützfeuer eröffnet. Die Armenische Seite reagierte auf diese Aggressionen mit Gegenattacken, um die Region und ihre Bewohner zu schützen. Auf beiden Seiten wurden sowohl Helikopter als auch unbemannte Flugzeuge beschädigt oder zerstört. Aufgrund der noch fortlaufenden Attacken können sich diesbezügliche Informationen noch laufend ändern.

Die azerbaijanische Seite behauptet, Armenien hätte mit der Offensive begonnen. Dabei haben diverse Medienkanäle bereits seit mehreren Tagen davon berichtet, wie die türkische Regierung verbündete syrische Militanten nach Azerbaijan versetzt hat. Dies wurde von der armenischen Seite bereits als ein Zeichen für eine militärische Aufrüstung seitens Azerbaijan aufgenommen. Nun sind militärische Attacken gefolgt.

Nach den heutigen Angriffen hat die armenische Regierung kurzfristig eine Notfallsitzung einberufen. Premierminister Nikol Pashinyan hat während dieser Sitzung verkündet, dass Armenien in Anbetracht der gefährlichen Lage das Kriegsrecht ausruft und eine Mobilisierung aller militärischen Kapazitäten einleitet.

„Wir haben wiederholt ausgesagt, dass wir keinen Krieg wollen, aber wir sind bereit für einen Krieg…Wir wollten keinen Krieg, dieser Krieg wurde uns auferlegt und wir haben die Verpflichtung unser Vaterland und unsere Familien zu schützen“, so Arayik Harutyunyan, der Präsident von der Republik Arzakh.
(“We have repeatedly stated that we are not in favor of war, but we are ready for war… We did not want war, this war was imposed on us and we have the duty to defend our homeland and families,” said Harutuynyan addressing the parliament.)

Nun werden sämtliche Armenier im Alter von mindestens 18 Jahren rekrutiert oder melden sich freiwillig um die armenische Armee in der Grenzregion zu unterstützen.

Der armenische Premierminister Pashinyan hat in der Vergangenheit wiederholt betont, dass er gegen eine militärische Lösung dieses Konflikts ist. Stattdessen sind diplomatische Verhandlungen notwendig, um diesen Konflikt friedlich und mit Unterstützung von internationalen Institutionen beizulegen.

„ARI – Jugendverband der Armenier in Deutschland e.V.“ verurteilt die gewalttätigen Aggressionen Azerbaijans aufs Schärfste und plädiert eindringlich für eine friedliche Beilegung dieses Konflikts.

Was hat es mit diesem Konflikt auf sich?
Die Region Nagorno Karabakh (unter Armeniern auch bekannt als Arzakh) ist historisches armenisches Gebiet, welches seit Jahrhunderten mehrheitlich von Armeniern bewohnt worden ist. Aus strategischen Gründen wurde die Region von sowjetischen Herrschern nach dem ersten Weltkrieg im Jahr 1923 Azerbaijan als autonome Region zugesprochen. Zu der Zeit war ein Großteil der Bevölkerung von Nagorno Karabakh armenischer Herkunft. Diese Armenier litten jahrzehntelang unter der azerbaijanischen Herrschaft und formierten im Zuge sich wiederholender Massaker separatistische Bestrebungen.

1991 wurde ein Referendum in Nagorno Karabkah abgehalten, in dem die Mehrheit der Bevölkerung dafür gestimmt hat, Nagorno Karabakh als eine unabhängige Republik auszurufen. Die azerbaijanische Regierung hat diese demokratische Wahl nicht anerkannt und von 1991-1994 ist ein Krieg zwischen Azerbaijan und Armenien ausgebrochen. Im Jahr 1994 wurde ein Waffenstillstand ausgesprochen. Der armenischen Seite war es gelungen, Kontrolle über Nagorno Karabakh zu bekommen und die azerbaijanischen Truppen zum Rückzug zu bewegen. Seitdem beharrt die azerbaijanische Regierung darauf, dass Nagorno Karabakh azerbaijanisches Staatsgebiet ist und hat dies in der Vergangenheit wiederholt durch militärische Offensiven zum Ausdruck gebracht.

Die „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit“ hat in den 1990er Jahren die sogenannten „Minsk Group“ gegründet. Diese wird von Vertretern aus Frankreich, Russland und den Vereinigten Staaten von Amerika geleitet. Ihre Mission ist es als neutrale Schlichter zu agieren und die friedliche Beilegung des Konflikts zu unterstützen. Bis dato ist diese Mission jedoch nicht erfüllt worden und militärische Angriffe an der Grenze zu Nagorno Karabakh halten an.

Quellen:
https://www.bbc.com/news/world-europe-18270325
https://www.civilnet.am/news/2020/09/27/Azerbaijan-Reignites-Attacks-on-Karabakh-Border-Shelling-Reported-in-Stepanakert/396236
https://www.evnreport.com/spotlight-karabakh/spotlight-karabakh
https://www.facebook.com/evnreport

ARI – Online-Mitglieder-Talk 2

Schon wieder ein Screenshot?
Klar! Guppenbilder gehen aufgrund der aktuellen Lage nicht anders. Beim zweiten Online-Mitglieder-Talk am 17.05.2020 haben wir bisherige Ideen weiter ausgearbeitet. Dazu gehören insbesondere Online-Formate, wie z.B. Live-Auftritte oder auch Interviews mit Vertretern der Kirchengemeinde. Bereits diesen Sonntag ab 20 Uhr wollen wir die Möglichkeit nutzen und ein paar Talenten über die Instagram-Live-Funktion eine Plattform bieten. Näheres in Kürze!

ARI-Online-Mitglieder-Talk

Gründung Hay OWL – Armenische Jugend e.V.

Vor ein paar Tagen hatte der Verein „Hay OWL – Armenische Jugend e.V.“ seine offizielle Gründungsversammlung. Aufgrund der momentanen Umstände mit COVID-19 wurde diese online durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine Gruppe junger Armenier aus der Region Ostwestfalen-Lippe. Mit Freude haben sie bereits Veranstaltungen und Aktivitäten für andere Armenier aus der Region organisiert und möchten dies nun als eingetragenen Verein weiterführen. ARI e.V. steht natürlich 100 prozentig hinter solchen Jugendvereinen und freut sich über die Motivation dieses jungen Teams. Deswegen haben wir sie auch gerne im Gründungsprozess begleitend unterstützt.

Mehr Informationen zu Hay OWL könnt ihr auf der Insta-Seite finden:
https://www.instagram.com/hay.owl/

Unbedingt followen! Das gilt insbesondere für alle Armenier aus der Region Ostwestfalen-Lippe, ihr seid sehr herzlich willkommen auch Teil von Hay OWL zu werden!

An alle motivierten jungen Armenier in Deutschland: Wenn ihr Lust habt, in eurer eigenen Ortschaft auch eine armenische Jugendgruppe oder Verein auf die Beine zu stellen, könnt ihr ARI e.V. gerne kontaktieren. Wir helfen euch gerne dabei, eure Ideen in die Realität umzusetzen.

ARI – Online-Mitglieder-Talk 1

Liebe Freunde,
da auch uns das Coronavirus und das damit einhergehende Kontaktverbot direkt betrifft, sehen wir aktuell keine Chance dafür, dass der diesjährige Sommer-Jugendtreff über das Pfingstwochenende stattfinden kann. Wir sagen diesen nun offiziell ab. An Alternativen, wie z.B. Online-Angeboten, arbeiten wir bereits und halten euch auf dem Laufenden! Bitte passt auf euch auf und bleibt gesund!

Euer Team ARI

Am 10.05.2020 hatten wir den ersten Online-Mitglieder-Talk mit einigen Mitgliedern! Ziel war es, neue Online-Formate ins Leben zu rufen. Wir danken allen für die Teilnahme und die zahlreichen Ideen!

ARI-Online-Mitglieder-Talk

Abschlussbericht: Der Armenische Winter-Jugendtreff 2019

Armenischer Winter-Jugendtreff 2019 – Abschlussbericht von Ella Manukyan

Vom 20. bis 23. Dezember fand der diesjährige armenische Winter-Jugendtreff in Bad Karlshafen statt. Schon vor 6 Jahren traf ich Anna, eine der Vorstandsmitglieder von ARI e.V. bei einem Gemeindetreffen in Bielefeld. Damals sagte Anna, dass ich unbedingt mal zum Jugendtreff kommen soll. Es hat leider einige Jahre gedauert, bis ich es mir einrichten konnte. Aber wie man so schön sagt: Besser spät als nie. Nun mache ich schon zum zweiten Mal mit. Die Teilnehmer*innen wurden von Joel empfangen und in die Zimmer aufgeteilt. Später kamen alle zusammen und wir spielten gemeinsam Kennenlernspiele. Da man sich Weihnachten nicht ohne Geschenke vorstellen kann, haben wir uns entschieden zu Wichteln. Was auch, abgesehen davon, dass einige Teilnehmer erst am nächsten Tag ankamen, ganz gut geklappt hat und jeder sein Geschenk erhalten hat. Ich weiß nicht mehr, wie lange meine Freunde und ich an dem Tag wach geblieben sind. Jedoch haben wir es trotzdem geschafft, am nächsten Tag zusammen zu frühstücken. An dieser Stelle möchte ich unbedingt erwähnen, dass das Essen in dieser Jugendherberge sehr lecker und reichhaltig war, was uns alle positiv überrascht hat.

Der nächste Tag fing mit der Vorstellung des Team ARI an. Im Anschluss darauf hörten wir den Vortrag von Tamara Maydali über das Startup PicsArt. Wie wir erfahren haben, ist PicsArt ein Bildbearbeitungs-, Zeichenanwendungsprogramm und ein soziales Netzwerk. Ich selbst benutze seit ein paar Jahren die App. Ich wusste jedoch nicht, dass hinter so einem erfolgreichen Programm armenische Namen stecken könnten. Die App wurde wirklich von Armeniern entwickelt. Wusstet ihr das? An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Tamara für den tollen Vortrag und dafür, dass Sie sich entschieden hat in Armenien zu bleiben, zu arbeiten und das Land dadurch zu bereichern.
Als nächstes wurde die erste Spendenaktion von ARI vorgestellt. Wie einige schon mitbekommen haben, hat das ARI-Team dieses Jahr mehr als 1000 € Spendengeld für Armenien gesammelt. Das ARI-Team hat ein Krankenhaus in Yerevan und SOS Kinderdorf in Idschewan besucht. Das Team hat viele Bilder und Videos mitgebracht und so konnten wir sehen, wie glücklich die Kinder an diesen Tagen waren. Die Spenden bzw. die Geschenke wurden direkt an die Kinder weitergereicht. Nach einer kurzen Pause ging es mit dem Gesangsworkshop weiter. Es wurden viele verschiedene armenische Lieder gesungen. Am Samstagabend stand auch schon die Party an. Die Feier trug das Motto „Maskenball“, an das sich auch alle gehalten haben. Es wurde viel getanzt und gefeiert. Ein Gruppenfoto durfte natürlich auch nicht fehlen.

Nach wenig Schlaf fing der Sonntag für viele erst mit dem Mittagessen an. Danach stand die Mitgliederversammlung an, um die Pläne für das Jahr 2020 zu besprechen. Nach der Versammlung ging es mit dem Ost-West-Workshop weiter. Es wurde über die Unterschiede und vor allem über die Gemeinsamkeiten zwischen Ost – und Westarmeniern gesprochen.
Am Ende stand für viele fest: Es gibt keine besseren Armenier, ob wir im Westen oder im Osten geboren oder aufgewachsen sind, ob jemand aus irgendeinem Grund die Sprachen beherrscht oder nicht, ob jemand schon in Armenien gewesen ist oder noch davon träumt, endlich das Land zu besuchen. Letztendlich sind wir so, wie wir uns wahrnehmen.
Das Ziel von ARI ist es, junge Armenier aus ganz Deutschland zu verbinden und einen Anlass zu geben, die eigenen Landsleute besser kennenzulernen. Insbesondere für diejenigen, die die Möglichkeit noch nie hatten.

Am letzten Tag nach dem Frühstück und der Zimmerabgabe, schauten wir uns noch zusammen die Fotos vom Wochenende an. Wir konnten kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Der Abschied fiel umso schwerer und dauerte ewig. Ungefähr eine Stunde dauerte es, bis jeder jeden mindestens einmal umarmen und sich verabschieden konnte und wir uns dann auf den Weg nach Hause machen konnten.

Lieber Vorstand, liebe Mitglieder und liebe Teilnehmer – Danke!
Und bis zum nächsten Jugendtreff.